Kiva.org – Mikrokredite vergeben
Die Vermittlung von Privatkrediten über das Internet ist noch sehr jung. Sie geht zurück auf die Ideen des Nobelpreisträgers Muhammed Yunus, der 1983 in Bangladesh die Grameen Bank gründete. Dort wurde klar, dass Mikrokredite klare Vorteile gegenüber anderen Fördersysteme haben.
In erster Linie sind es die weitaus geringeren Verwaltungskosten im Vergleich zu anderen Kreditinstituten.
Die erste Internetplattform, die diese Idee umsetzte, wurde in den U.S.A. errichtet. Sie ist zu finden unter www.kiva.org.
Die Organisation Kiva wurde 2005 in San Francisco gegründet. Sie ermöglicht es Menschen aus Entwicklungsländern Privatkredite zu erhalten, um ihre Ideen für eine Existenzgründung umsetzen zu können. Unterstützt wird sie durch Spenden ihrer Benutzer, sowie unter anderem durch PayPal, YouTube, Google, MySpace und Microsoft.
Somit wurden Mikrokredite im Internet zu Beginn ausschließlich für Entwicklungshilfe eingesetzt.
Um die Möglichkeiten einer privaten Kreditvergabe in den armen Ländern bekannt zu machen, arbeiten Field-Partner von Kiva direkt vor Ort und Informieren die Menschen dort.
Da es sich um eine rein soziale Idee handelt, tritt der kommerzielle Nutzen für die Anleger hier in den Hintergrund. Wer über Kiva Geld verleiht, trägt einige Risiken selbst.
Zum einen trägt er das Ausfallrisiko, falls der Kreditnehmer das Geld nicht zurückbezahlt. Zum anderen existiert ein Währungsrisiko, falls die Währung des Landes, in welches vermittelt wurde stark abgewertet wird.
Zinsen werden auf das verliehene Geld zudem nicht vergeben. Kiva ist für Menschen, die anderen Menschen einfach helfen wollen.
Dennoch ist Kiva erfolgreich. Dies liegt mitunter daran, dass durch das System der privaten Kreditvermittlung weitaus geringere Kosten anfallen, als durch andere Arten der Entwicklungshilfe.
Zum 3. Geburtstag im Oktober 2008 hatten bereits 340.000 Kreditgeber weltweit über 90.000 Kredite im Wert von etwa 45 Millionen US-Dollar über diese Plattform vergeben.
Dies liegt mitunter auch daran, dass eine sehr gute Internetplattform angeboten wird. So werden unter Anderem Videos über die Kreditnehmer auf der Homepage angeboten. Auch detaillierte Berichte kann man lesen.
Hinzu kommt, dass Kreditnehmer aus Entwicklungsländern zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen weitaus weniger Geld benötigen, als dies in Industrieländern der Fall ist. Mit einigen 100 Dollar ist hier den meisten bereits gut geholfen.
Im Vordergrund steht aber natürlich die Idee, den working-poors der Welt zu helfen.
Die Arbeit von Kiva ist zudem sehr professionell. Selbstverständlich werden die Kreditnehmer auch genau daraufhin überprüft, ob sie Kredite zurückzahlen können.
Für die Menschen in den armen Ländern ist dieses neue System eine wichtige von sehr wenigen Möglichkeiten überhaupt an Kredite zu kommen, denn kaum eine Bank vergibt Mikrokredite an arme Menschen. Das liegt einfach daran, dass es sich nicht lohnen würde. Banken verdienen viel mehr Geld an gut verdienenden Menschen, als an denen, die nichts haben.
Natürlich wird auch Kiva nicht in der Lage sein das Problem der Armut in der Welt zu beseitigen. Dennoch ist das System eine neue und wichtige Methode, um dieses Problem zu bekämpfen.
Sozial eingestellte Menschen finden hier die Möglichkeit tatsächlich zu helfen. Da sich Kiva allein durch Spenden finanziert ist die Geldanlage sehr transparent. Es verschwindet kein Geld in großen Verwaltungsapparaten.
